Direkt zum Inhalt

Impfungen

Impfungen - Menschenrecht oder Bürgerpflicht?

 

Die Impfung gilt allgemein als Ausweg aus der Corona-Pandemie. Mit ihrer Hilfe soll die allseits ersehnte Herdenimmunität erreicht werden. Die politische Devise ist, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern und Leben zu schützen. Folglich werden medizinisches Personal sowie Risikopatienten bevorzugt geimpft. Doch was bedeutet diese Strategie für Einzelne und wie ist sie im Lichte der Grund- und Menschenrechte zu bewerten?

Auf internationaler Ebene besteht gewissermaßen eine Priorisierung zulasten der Schwellen- und Entwicklungsländer. Während manch ein Industrieland kurz vor der Herdenimmunität steht oder gar durchgeimpft ist, fehlen Anderen finanzielle Mittel, um Impfstoff in die Hände zu bekommen. Allein Deutschland hat für 83 Millionen Einwohner mehr als 320 Millionen Impfdosen bestellt.

Eine Impfpriorisierung aufgrund von konkretem Alter, Vorerkrankung und Beruf ist notwendig, aber ist Priorisierung aufgrund von genereller Herkunft und Kaufkraft ein notwendiges Übel? Während manchen der Zugang zu Impfstoff verwehrt wird, wird anderswo über eine Impfpflicht diskutiert. Darf der Einzelne verpflichtet werden, seine Rechte für das Gemeinwohl aufzuopfern? Darf der bereits Geimpfte privilegiert werden? Steht der Schutz des Schwächeren über der Freiheit der Stärkeren?

Was ist die Gesundheit des Einzelnen der Gesellschaft wert und warum ist unsere Gesellschaft mehr wert als andere?